neptunia die blubbernixe

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noch die anderen nebelpfade, dann ist's genug der spinnweben ...

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wirrwarr

erstellt am 24-05-2004 um 00:21
"vicar in a tutu ..."
sonntag. "familien"feier. die kleine von nebenan hat konfirmation. die kirche ist zu früh für mich, aber ich geselle mich zum mittagessen dazu. und es ist wieder sehr seltsam. nach sehr chaotischem hin und her landet der pfarrer, besser der vikar, neben mir. er ist wirklich niedlich, so jung, so offen und so begeistert (und ehrlich gesagt genau deshalb wirklich sexy) ... nach dem essen - ich wußte, daß es kommt - quetscht sich der anwalt neben mich (frau und zwei kleine kinder, aber er verpaßt keine gelegenheit, mich anzubaggern ...). also eingekeilt zwischen den beiden "intellektuellen" der runde. der abgeklärte anwalt nimmt schnell die gelegenheit wahr, den vikar auszuquetschen. über die unterschiede zwischen katholischer und evangelischer kirche. ob er ein bild von gott vor augen hat. ob er beten kann. was wäre, wenn er am schluß feststellen müße, daß gott nicht existiert. und in jedem zweiten satz: "ratzinger sagt ..." - ach, dieses pausbackige "ich hab ein buch gelesen" ... der vikar reagiert perfekt in seinem jugenlichen eifer. genauso klug aber mit lebendigen gefühlen (wie lange noch). und er stimmt mir beim gottesbild zu und bei der art zu beten. und es ist spannend und anstrengend ... und auch, wenn beide sich in diesem dreier-gespräch königlich amüsieren, ich werde das gefühl nicht los, daß es ein unpassender ort ist, um sich stundenlang von den anderen abzuseilen ... aber so eingekeilt ... dann kommt der rettende aufbruch, und ich kann wenigstens noch ein paar worte mit dem nachbarmädchen sprechen ... sie strahlt und fühlt sich wohl so als hauptperson ...

und auf dem rückweg werde ich das smith-lied "vicar in a tutu" nicht los ...



erstellt am 25-05-2004 um 01:52
" perfekte grauabdeckung "
ab wann ist man alt? mittwochs. am fischwagen. da gibt es diese ältere frau aus dem nachbarort. knallrote haare. wilde kleidung. fast könnte man sie als "hexe" bezeichnen. jeden mittwoch fährt sie in unseren ort zum fischwagen. um die flußkrebse leer zu kaufen. von zeit zu zeit habe ich auch lust auf flußkrebse. aber etliche male war sie vor mir da. oder kam nach mir aber drängelte sich vor. es ist eine von diesen frauen, die dich überrollen. und du machst ihr platz mit einer mischung aus amüsiertem beobachten und verständnisloser wut. und wieder läßt sie keinen einzigen krebs übrig ... man sagt, sie ist die "muse" des bekannten bildhauers ... und die köstlichkeiten aus dem fischwagen verfüttert sie an die bewunderer ... wird man sowas über mich erzählen, wenn ich mal alt bin? nagut.


erstellt am 26-05-2004 um 12:00

"rosa schaum"
jedesmal, wenn ich mir meine grade frischgefärbten haare wasche und das waschbecken sich mit farbigen schaum füllt (im moment hat er die farbe von dunklen auberginen) muß ich an den rosa schaum denken ... frapierende ähnlichkeit. ich hab eine zeitlang in einer marketing-agentur gejobbed, disketten kopiert, päckchen gepackt und unendlich lange zahlenreihen und milliarden von adressen in den computer gehackt. aber natürlich auch gefeiert.
und da war diese ominöse weihnachtsfeier. beim feiern vergess ich oft zu essen. dafür hab ich getrunken. rotwein. whiskey. und am schluß roten krimsekt. am nächsten tag war da ein wichtiger auftrag und ich mußte erscheinen. wollte die anderen nicht sitzen lassen. aber um erlich zu sein hatte ich wohl eine leichte alkoholvergiftung. *lächel* und so kam es, daß ich in zeitlupentempo diese wichtigen päckchen packte. und alle fünf minuten zu den toiletten stürzte. und dort, ja, da kam dieser rosa schaum. wenn mir nicht so schlecht gewesen wäre, hätte ich gelacht. es muß so eine seltsame chemische reaktion gewesen sein, denn es kam immer mehr schaum raus. fast wie bei den "hexen von eastwick", als die eine frau kirschkerne von sich gibt ... seitdem hab ich eine seltsame ablehnung gegen whiskey ...


erstellt am 03-06-2004 um 09:57

"die welt steht still"
(für einen augenblick) genug gekämpft für die nächste zeit. (hoffe ich) hab waffenstillstand mit meinem persönlichen vampir. wie seltsam, sogar vampire haben schreiende kinder im hintergrund und müßen sich im bad einschließen um zu telefonieren ... gestern abend. vivaplus. twelve (einer meiner lieblingssendungen, manchmal). breeders, smashing pumpkins, red hot chilli peppers, throwing muses, ach, ich hab sie schon wieder alle vergessen, und mazzy star .... ja, und da war er, der mittlererwesten-mond! mitten im video! am rötlich-düsternen himmel! genau dieser mond. genau zu dieser zeit ... ende achziger ... alburquerque ... pizzahut ... bier ... und ein unendlich großer mond über den häusern ... abendstimmung ... rötliche luft ... heiß ... ach! kleine edelsteine in meinem kopf. vieles läßt sich mit musik in verbindung bringen. ich bin der dagobert duck unter den erlebnis-sammlern ... die welt gehört mir!


erstellt am 03-06-2004 um 17:40

"zerbrochene koralle"
grade hat mir jemand ein nettes mitbringsel überreicht ... eine wunderschöne apricotfarbene koralle ... aber sie ist zerbrochen, in drei teilen bei mir angekommen. diese zerbrechlichen dinge sind nicht für diese welt gemacht. ich versuche sie in meinem wintergarten=aquarium (mit sekundenkleber wieder zusammengefügt) zu deponieren, neben dem getrockneten krebs. wie kann ich den anderen sagen, daß ich zwar fische und meeresgetier mag, aber nicht um der dekoraton willen bei mir aufgehäuft? nicht die echten, bitte. mein herz blutet ...


erstellt am 06-06-2004 um 00:07

"sexiest man alive"
für einige (jung und/oder männlich) sicher nur schwer zu verstehen.
grade beim kurz durchzappen: david bowie - heroes
sowieso geniales lied, geniales video. aber ganz besonders dieser mund. die profil-ansicht, diese sexy zunge die bei "... together ..." so unendlich erotisch zwischen den schiefen zähnen hervorblinzelt. oh mein gott. und wenn ich sonst auch nicht viel mit männern über 30 anfangen kann (die meisten sind abgetackelt und resigniert ...), der gute bowie tanzt mit seinen über 50 auf der bühne wie ein jüngling (gesehen letztes jahr) und daß die qualität seiner musik mit dem alter abnimmt - who cares solange er diese geniale stimme hat - und ich verzeihe ihm auch, daß er sich die zähne hat richten lassen, die augen und der mund und die haare und die figur und die hände und der hintern - stimmt alles noch.
in momenten wie diesem sind die letzten 20 jahre voll kluger erfahrungen und erlangen von weisheit und ruhm und wasweißich dahin ... yes.


erstellt am 06-06-2004 um 18:07

jetzt sitze - oder liege ich? - ich hier mit tränen in den augen unterm tisch ... es hat sich wirklich wirklich gelohnt den vampir zu bekämpfen ... die antwort auf all mein bemühen lautete:
"i AM DOING THE HULA WIGGLE WIGGLE RIGHT NOW AS WE SPEAK: I HOPE NEPTUNIA IS GIVING A WIGGLE WIGGLE HULA TOO:KISSES D."
der erste vampir, den ich ins irrenhaus gebracht hab, kicher ...


erstellt am 15-06-2004 um 17:55

"grabgeflüster"
grade kurz mit meinem alter ego telefoniert. eigentlich nur - mehr oder weniger - um ein treffen auszumachen ... 1 1/2 stunden später haben wir uns den gegebenheiten gebeugt und das gespräch beendet. meine vorvorletzte frage: und wenn wir uns jetzt am freitag nichts mehr zu erzählen haben? wildes gekicher am anderen ende der leitung. meine vorletzte frage: wird es einen zeitpunkt geben, an dem uns nichts mehr einfällt? noch wilderes gekicher am anderen ende der leitung. meine letzte frage: vielleicht nach unserem tod? - dann die antwort: naja, wenn wir nebeneinander grab an grab liegen gibt's immer noch ne menge zu flüstern ... wildes gekicher auf beiden seiten der leitung ... das ist es also, was manche leute nachts auf dem friedhof ängstigt, die seelen, die keine ruhe geben können - bis zum jüngsten tag. und ich spekuliere mal nicht rum, was danach kommen mag ...


erstellt am 16-06-2004 um 23:51

"weinselige gedanken über den perfekten abgang"
eins der permanenten bilder in meinem kopf aus einem internetforum (wie aus meinem alten biobuch entsprungen): "schnitt durch einen normalen muskel" und "schnitt durch einen exklusiven muskel". ich nehme teil am exklusiv-clübchen. das exklusive? ein club für morbide, degenerierte, nekrophile hedonisten. mein bester kumpel? der gute alte sensenmann. mit ihm plaudert man endlos. grade im moment sind wir in einer heftigen diskussion. beinahe ein kuhhandel. ich geb ihm meine seele und ein paar jahre, dafür bekomme ich den singapur-abgang. wir plaudern auch noch über das freak-sein (der perfekte gesprächs-partner). freak unter den normalen. freak unter meinesgleichen. freak unter den schwarzen (wer ist das??). freak unter den grenzgängern. und wir lachen über die, die irgendwo dazu gehören ... und der singapur-abgang? von einem bus in singapur überfahren werden ... aber ich hab ihn bequatscht. jeden tag gibt er ein stück zurück. wir treffen uns dann in etwa drei jahren wieder ... vielleicht in singapur ... ich hätte gerne einen doppelstöckigen blauen bus ...
"einen hab ich noch" vor zwei wochen hab ich einen blauen quarz geschenkt bekommen - der managerstein gegen stress und migräne und so ... ich mag all diese steine, weniger wegen ihrer bedeutung, ihrer wirkung, nein, ich mag einfach steine ... er war hellgrau. und heute? heute ist er dunkelgrau, beinahe schwarz ... alle energie rausgesogen ... ich könnte ihn wieder aufladen, aber die dunklen farben sehen so hübsch auf weißer haut aus ...


erstellt am 17-06-2004 um 18:00

"while loading ..."
perfekter tag für magengeschwüre ... ruhe, bitte ... ruhe, BITTE! ... RUHE!
aber telefone sind UNBARMHERZIG!
"hallo frau xxx, es tut mir so leid, sie zu stören (und einer fragte sogar: "na? immer noch schlechte laune?" NEIN, ICH BIN KRANK!), aber ........." der kunde xyungelöst braucht heute unbedingt noch einen kostenvoranschlag ... schaffen sie bis nächsten montag das projekt? JA; WENN ICH WIEDER AM WOCHENENDE ARBEITE ... aber der kunde ist etwas eigen ... ACH? ... der sohn vom kunden hat da schon was entworfen ... ICH FALL EINFACH TOT UM ... aber sie sollten nichts verändern ... WARUM SOLL ICH DANN WAS MACHEN ... aber irgendwie sieht es so seltsam aus ... NATüRLICH, KREUZSCHIEF UND UNPROFESSIONELL ..."
"hallo xxx, kannst du uns noch bis heute abend ... ES IST SIEBZEHN UHR!! ... noch zwei entwürfe schicken? ... KANN ICH ZAUBERN? JA ICH KANN ... ach, geht's dir wieder besser? ... NEIN, ICH HAB IMMER NOCH SCHLECHTE LAUNE ... ja, bis um sechs kannst du's noch schicken. ach ja - und, danke."
"hallo frau .... " ich wünschte, ich wäre putzfrau. und festangestellt.


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oysterbar

Geschrieben von neptunia am 23-06-2004 um 01:50:
elektrische fische seit einiger zeit umgeben mich worte wie elektrische fische. leuchtend. sanft. träumerisch. worte, die gedanken formen, ideen und anderes ... worte die mich necken, an den haaren zupfen (die perfekte umschreibung für "kopfschmerzen bereiten"?) ... geschrieben, gesprochen, geflüstert mit leisem lachen. ich wollte mich ihnen entziehen, aus angst sie wären nur leer - oder gerade nicht ... aber sie haben mich nicht gehen lassen ... gut, ich ergebe mich. und laß mich locken, tauche ab in die höhle, verzaubert und weltvergessen ... und dann, wenn ich wieder auftauche, halte ich ein stück ruhe in der hand. und lege sie vorsichtig in meine schatztruhe ...

Geschrieben von neptunia am 23-06-2004 um 23:46:
oyster bar. austern. die äußere hülle eine schroffe schale, ungleichmäßig. verschlossen. im inneren eine wabbernde masse, zäh, salzig. manchmal verbirgt sich ein schatz ... zum nutzen als nahrungsmittel bricht man die schale mit roher gewalt auf. trennt gewaltsam die fragile verbindung der wabbernden masse von der schale. wahlweise mit zitrone, meerrettich oder ketchup gewürzt läßt man die masse aus der schale in den mund gleiten.
ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das gefühl im mund mag, den geschmack ... aber mit härterem alkohol und zigaretten ist es ähnlich ... man muß immer und immer wieder testen ...
paul auster. faszinierende worte. faszinierende augen.
zwei beispiele:
buch. mond über manhatten. der erste teil handelt von einem jungen studenten. das erbe seines onkels finanziert sein studium: etwas geld und kisten voller bücher. das geld reicht nur für zwei jahre. das dritte jahr: rationiertes essen, ende des studierens, ein buch nach dem anderen wird verkauft - nachdem es gelesen ist. der strom wird abgestellt. der student fällt ins hungerdilirium ... was ihn rettet ist der rauswurf seines hausbesitzers. danach beginnt sein leben ...
film. smoke. der besitzer des zigarettenladens fotografiert seinen laden jeden tag um die gleiche uhrzeit. bei jedem wetter. füllt ein fotoalbum nach dem anderen. auf den ersten blick sind alle bilder gleich. doch da sind die unterschiedlichen jahreszeiten, wechselndes wetter, die gleichen menschen. andere menschen. gefangen in den wogen der zeit ...
er ist meister der überraschend hoffnungslosen melancholie ...

Geschrieben von neptunia am 24-06-2004 um 11:59:
eine faulige auster ...
an meinem 17. geburtstag habe ich mir vorgenommen, nichts mehr auszulassen, alles wenigstens einmal getan zu haben. bisher konsequent und erfolgreich. nur eins hab ich bisher noch nicht gemacht:
aufgegeben.
grade ein günstiger zeitpunkt.
als es an die verteilung der äußeren schale ging, hab ich mir ein besonders fauliges stück ausgesucht. von außen scheinbar in ordnung, innen morbide, nicht funktionstüchtig. bisher hab ich das durch willenskraft kompensiert. aber meine energiereserven gehen zu ende. der löffel zum abgeben liegt neben mir. ich mach es mir in der nächsten ecke bequem und warte einfach ab. sehe zu, wie ich weniger werde. einfach aufgeben.
auf wiedersehen, bus in singapur, du kannst mich ja dann im nächsten leben überfahren ...
edit: nein, es mangelt mir nicht an aufmerksamkeit ...
"... und mangelt's Dir an Eisen, gerat nicht aus den Gleisen lass die Gedanken kreisen und summe alte Weisen wer meint, Du hättest Meisen, dem sag', Dir fehlt's an Eisen" Chris

Geschrieben von neptunia am 25-06-2004 um 12:56:
... eine faulige auster II ...
ich lecke ... ich habe ein leck ... irgendwo in mir ist ein leck ... und verloren geht wertvolle lebensernenergie ... verschwindet wohl direkt in der kanalisation ... wo auch sonst ... und in den nächsten tagen werde ich mich besser kennenlernen als mir lieb ist ... innenansichten ... am dienstag geht es los ... stilvoll (wie immer) werde ich mit einem schwarzen cabrio zum ersten termin sausen ... eine lmaa-spritze, ohne die ich sonst wohl wieder umkippe ... selber fahren ist wohl nicht so schlau, wer weiß, wohin ich mit verdrehten augen landen würde ... noch ein kreuz am straßenrand mit meinem namen? nein, stillos, dafür bin ich zu alt ...
wie seltsam, der wunsch nach ruhe in mir muß so groß geworden sein, daß er (natürlich wieder) dramatische ausmaße annimmt ... abstrus wird es, wenn der eigene arzt sagt: sie sind aber sehr blaß ... und selber blaß wird ... und plötzlich wird alles ruhig ... zu müde, um panik zu bekommen ... alles, was jetzt passiert, ist reiner automatismus ... wie angenehm, ich kann einfach alles geschehen lassen, keiner erwartet noch irgendeine aktion von mir ...
und doch, ein paar unbezahlte rechnungen, wichtige (wichtige?) briefe zu schreiben, dringende arbeit ...
morgen.
oder übermorgen.
oder irgendwann ...

Geschrieben von neptunia am 26-06-2004 um 14:01:
... eine faulige auster III ...
was bin ich? wer bin ich? wie bin ich?
worte, die ich gelesen habe ...
"wie kochpudding im kühlschrank" ... ja, schon nicht schlecht.
"stabil wie hüttenkäse" ... that's it. zuerstmal: ich mag keine milchprodukte ... und hüttenkäse ist ekelig.
aber die beschreibung ist plausibel. für die beschreibung meiner physischen und mentalen konsistenz.
kleine weiche runde etwas-se in milchiger, zähflüssiger irgendwas. beim versuch, dieses zeug auf ein frühstücksbrot mit dem messer zu schaufeln fällt mit sicherheit die hälfte herunter. unfassbar ... was für ein passendes wort ... beim versuch, dieses instabile gebilde zum mund zu führen, fällt eine weitere hälfte herunter. das, was im mund dann letztendlich landet, hat einen relativ neutralen geschmack, uninteressant, undefinierbar.
es gibt leute, die mögen hüttenkäse. ist mir absolut unverständlich.
ein ähnliches "nahrungsmittel": diese kokossuppe, die man manchmal in sushibars (und wahrscheinlich auch woanders) gereicht bekommt. eine milchige flüssigkeit, geschmackslos, angereichert mit gallertartigen kleinen kügelchen, ähnlich wie große, weiße fischeier ... man kann sie essen, man kann es aber auch sein lassen ...
lebensenergie
will man lebensenergie in einen bildhaften vergleich setzen, dann ist der tank eines autos passend. die meisten menschen fahren vollgetankt durchs leben, geht das benzin zu ende, wird einfach an der nächsten tanke aufgefüllt. mein tank wird erst garnicht voll. eigentlich fahre ich nur auf reserve, immer im roten bereich. manchmal bin ich zu abgelenkt, und bemerke nicht, daß ich schon längst beim weißen strich angelangt bin. diesmal hat man mich zur nächsten tankstelle abschleppen müssen ... albern. und noch alberner: so handhabe ich es auch mit meinem wirklichen auto. ich kann erst tanken, wenn ich beim weißen strich bin ... verschafft das einen besonderen kick? wer weiß ...
zorn
der körperliche notstand scheint erstmal abgewendet zu sein. übrig bleibt eine menge zorn über verschwendete zeit. die zeit, die sinnlos vorbeigestrichen ist, ungenutzt. und über die, die noch vor mir liegt. eigentlich nutze ich zeit für interessante sachen. nicht für gesundheitstechnisches notprogramm ... und die decke, die mir gerade auf den kopf fällt, wird zornig mit wutausbrüchen abgestützt. na, hoffentlich gehen keine wichtigen dinge dabei zu bruch ... aber der nachbar kann sich wieder über seltsame geräusche aus dem haus nebenan freuen ...

Geschrieben von neptunia am 27-06-2004 um 12:47:
...
und müdigkeit
2:34
3:45
4:56
ich hasse digitale uhren.
variation:
2:22
3:33
4:44
ich weiß nicht, wie oft ich diese zahlen schon gesehen hab. ich weiß nicht, wann ich das letzte mal eine nacht durchgeschlafen habe. trotzdem ich so unendlich erschöpft bin. aber diese zahlen sehe ich fast jede nacht. was, wenn ich meinen cd-wecker richtig stelle, immerhin geht er drei minuten vor? verschwinden sie? verschieben sie sich? oder wache ich trotzdem zu diesen zeiten? sehe genau dann auf die uhr?
ich setze es auf die liste mit den unerledigten dingen.


Geschrieben von neptunia am 30-06-2004 um 12:40:
grenzen ...
bisher hab ich eigentlich meine anderen grenzen abgecheckt. an die grenze "sichingeduldüben" trau ich mich nicht. die hab ich nicht. es gibt wohl keinen ungeduldigeren menschen als mich. wohl wieder eins der spielchen des schicksals: schafft sie's oder schafft sie's nicht. keine interessante achterbahnfahrt: resignation und panikanfälle ... und alles findet nur im kopf statt ... zwischen schlafanfällen, übelkeit, schwarzvoraugenwerden und paikkanfällen. aargh.
und lebe immer noch?


Geschrieben von neptunia am 30-06-2004 um 18:59:
für folgenden eintrag übernehme ich keinerlei verantwortung.
befinde mich in unverantwortlichem zustand ... aber ein schöner zustand. zuerstmal der giftige geruch von farben ... ultramarin hat einen ganz eigenartigen geruch - lecker aber giftig, muß mich zurückhalten nicht daran zu lecken ... schwarz ist mein lieblingsgeruch, egal ob tusche oder acryl (kalligraphie, muß wieder japanische geheimzeichen pinseln *knoteninstaschentuch*...) ... farben sind wundervoll unordentlich, man sifft sich voll, alles ist mit einem gewissen zufall verbunden, nicht rückgängig machbar, nix mit "befehl z". und es ist ziemlich wahrscheinlich, daß der extatische akt mit einem fleck im gesicht endet. aber farbe alleine ist es nicht. dazu gehört laute, genau "LAUTE" musik. madrugada is the best. häßlicher kerl mit geiler stimme. und: vodka. genau ... eben. drum. ich weiß nicht, aber ich muß immer eine flasche vodka neben mir stehen haben. alles nur ich allein. für mich allein. meins. und müßte ich nicht warten, bis die eine schicht farbe trocknet, würde ich niemanden in keinster weise daran teilhaben lassen ... wer braucht vibratoren, wenn's farbe gibt? es gibt eine steigerung, sure, aber die ist grad nicht da ...


Geschrieben von neptunia am 01-07-2004 um 08:52:
nachts
1. traum: warum ist in träumen alles immer so genial und perfekt? warum kann man es nicht einfach in die wirlichkeit rüberbeamen? super geschäftskonzept: homepage for everyone. ich sehe diese profil-verwaltung noch vor meinem inneren auge. 3d-avatar. alles ganz einfach zu bedienen. ran- und wegzoomen. einfach wunderschön. und mit irgendjemanden hab ich über die inhalte gesprochen. ein geniales konzept. ach, nur ein traum.
2. traum. kurz danach: ein 2-minuten-panik-traum. ich fahr auf einer landstraße. in einer kurve kommt mir ein reisebus entgegen. schlingert auf meiner spur. rechts und links bäume. ich kann nicht ausweichen. er kommt mir genau entgegen. die front des busses ist furchtbar albern, verdunkelte scheiben, ich muß an puck die stubenfliege denken. genau im moment des zusammenstosses wache ich auf. herzrasen. herzstechen. schon lange nicht mehr gehabt.
und dann: blick zur uhr: 2:34 ...
nächster blick: 3:21 ...


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das lied der falschen suppenschildkröte

Geschrieben von neptunia am 10-07-2004 um 01:28:
ich hab versprochen zurück zu kommen wenn es mir wieder besser geht. es geht mir noch nicht gut ... aber wieder etwas besser. so langsam komme ich ins leben zurück ...
und meine bildhafte, übertriebene beschreibung, wie immer ...
die letzten tage, wochen, - scheiße - monate habe ich mich bemüht, einen tiefen abgrund zu überqueren. keinen imaginären, nein einen konkreten. wenn auch nicht greifbar aber für alle sichtbar. umzingelt von familie, freunden, ärzten und anderen gutmeinenden fremden. und je nach fähigkeit warfen sie mit rettungsringen, seidenen fäden oder schuhen nach mir ...
über dem abgrund ist eine dieser halbverfaulten indianajones-hängebrücken gespannt. keine chance aufrecht darüber zu schreiten. kriechend auf allen vieren (wie in so vielen meiner träumen) mit geschlossenen augen (verfluchte höhenangst) stück für stück tastend, immer kurz vor dem absturz. es ist schwer zu beschreiben, was für ein panisches gefühl auf dieser brücke von einem besitz ergreift. man wundert sich, was man überhaupt hier macht. warum eigentlich hier? vor angst gelähmt, bewegungsunfähig, aber immer dieses zähe etwas hinter den augen das unaufhörlich hämmert "gehweitergehweitergehweiter...". die rufe und gutgemeinten ratschläge der zuschauer. die neugier, was passiert läßt man sich fallen. der brennende wunsch einfach irgenwo anders zu sein. daß der böse traum einfach endet. daß endlich der wille und die wirklichkeit die regentschaft zurückerobern ...
jedenfalls war es sehr mühseelig. die suche nach der ursache für unsagbare müdigkeit, erschöpfung und innere unruhe. aber ich habe die ursache (hopefully ...) gefunden. sie sprang mir sozusagen aus den augen ... geduld ist immer noch angesagt, aber wenigstens bin ich nicht wahnsinnig ... schade, daß die schulmedizin so schnell aufgibt. es gibt mehr als die oberfläche. gut, daß manche darunter suchen. und nicht immer ist die seele krank ... das netz, das mich auffangen kann, hab ich verstärkt, erweitert.
für den nächsten abgrund.
viele, die noch vor mir liegen.
und viele, die ich hinter mich gelassen hab.
für jedes jahr meiner kindheit mindestens einer.
für die jahre danach jeweils einer alle zwei oder drei oder vier jahre.
was bin ich doch für ein übersensibles aber zähes stück? da müssen mimosen und kakerlaken unter meinen vorfahren sein.
egal. kapitel beendet. buch zugeschlagen. verstaut in der untersten schublade ganz hinten. doch mit dem wissen, daß sich - wie in diesem albernen sifi-roman - die seiten selber weiterschreiben ...
ach, und der wahre schuldige? die schildkröte ... die falsche suppenschildkröte ...


Geschrieben von neptunia am 10-07-2004 um 16:08:
supermärkte und bücherregale
es gibt diesen supermarkt auf dem neuen marktplatz von g. - auf dem marktplatz? nein, komplett darunter ... man gelangt nur über eine schmale treppe oder einen überdimensionalen aufzug in den verkaufsraum im untergrund. fensterlos und doch gleißend hell. überdimensionale lange und hohe regale über und über mit waren vollgestellt. vollgestellt? nein, es sind immer nur die ersten beiden reihen - akurat mit der vorderen kante abschließen. wo sonst fünf oder sechs reihen sein könnten sind es nur zwei - sie kaschieren den freien raum dahinter, auch wenn ein produkt in der ersten reihe heraus genommen wird.
so, wie meine mutter bücher auf dem bücherregal anordnet. farblich und nach größe geordnet harren sie an der vorderen kante des regalfachs des überdimensionalen weißen wohnzimmerschrankes. ungelesen. nein, nicht ungelesen. als kind hab ich all die simmel, konsalik und henry miller romane verschlungen. bertelsmann sei dank.
als sie mir beim letzten umzug half, wollte sie meine bücher nach dem gleichen schema ins regal stellen. oh mein gott!! niemand sollte die bücher eines anderen ordnend ins regal stellen! meine ordnung ist so konträr zu ihrer! die ungeliebten, geschenkten oder gelesenen und als langweilig befundenen wandern nach unten, hinten. dann folgen die gelesenen. dann die, die noch mal gelesen werden wollen, die faszinierenden, die guten, die kostbaren. aber davor stapeln sich die noch nicht gelesenen, die wenigen nachschlagewerke. mein bücherregal besteht aus verschiedenen schichten, vollgestopft. und weiter oben die dicken schmöker und die kunst- und grafikbücher. man sollte sie vorsichtig heraus nehmen, denn unterschätzt man ihr gewicht knallen sie unangenehm auf den kopf ...
oh gott, wie sähe mein supermarkt aus???
daily pleasures ... ??
gestern der ups-karton. heute frisch ausgepackt. ein neuer drucker. aber kein platz für das usb-kabel. alles schon voll. also warten auf mittwoch wenn die leitungen verlegt werden, der splitter und der router im keller zum leben erwachen und dsl sein haupt erhebt ... dann raus mit dem scheißunnützteuren leonardo-isdn-modem mit usb-anschluß (welcher troll hat mich glauben lassen, es macht sich bezahlt? warum hat mir niemand gesagt, daß alle auf server umsatteln? leonardo ... kein wunder, längst gestorben, begraben und vergessen ... und isdn, haha). anyway, wieder ein paar stündchen damit verbringen, alles zum laufen zu bringen. netzwerk im haus, wie nett. meine verwunderte frage: wie haben sie, wie habe ich es früher gemacht? gab es ein leben vor handypantheripott??

Geschrieben von neptunia am 11-07-2004 um 13:10:
... vielleicht sind menschen ja auch seltsam masochistische wesen (allesamt), erst wenn sie schmerzen fühlen, glauben sie am leben zu sein. jeder glückswolke mißtraut man, glaubt zu träumen ...
ist also wachen oder träumen besser? kann man die schmerzen oder das glück leichter ertragen?
und noch: ich weiß nicht ob schildkröten sympathisch sind, biester sind es allemal ...
und da war dieser bericht über wissenschaftler, die die brut-gepflogenheiten der meeres- (suppen-) schildkröte auf dieser ganz bestimmten kitschig-romatischen südsee-artigen insel untersuchen. und ich würde gerne wissen, ob sie sich wirklich für diese tiere interessieren oder ob sie ganz einfach lieber im warmen sand nach leeren schildkröten-eierschalen rumbuddeln statt im arktischen sommer unausgebrütete pinguin-eier zu zählen ...
und dann bin ich mir immer noch nicht sicher, ob die falsche suppenschildkröte im buch "alice im wunderland" vorkommt oder nur in der zeichentrickserie mit den unerträglich albernen kanninchen. und ob sie jemals mit ihrem lied anfangen konnte ohne vorher unterbrochen worden zu sein ...

Geschrieben von neptunia am 12-07-2004 um 18:28:
... kalt wie ein fisch ... damned, alle versuche diese geschätzte eigenschaft zu erreichen, schlagen fehl. und ich hatte es mir doch schon so schön abgewöhnt. und dann kommen diese sms-se, anrufe, treffen ... und ich bin stark geblieben, hab mich nicht mal von den anderen "frühlingsfühlenden" anstecken lassen ... hab alles abperlen lassen an den nassen schuppen ... und hab mich wieder erinnert, wie es war. damned. wo nur ist diese verfluchte archilles-ferse? wo ist das leck, das plötzlich gefühle reinschwappen läßt?
ich will nicht.
ganz simpel.
ich will nicht.
laß mich in ruh.
dein name ist tabu.
(oh mein gott, jetzt werden diese komischen worte auch noch zu nem schlechten gedicht. mir ist nach fischvergiftung ...)

Geschrieben von neptunia am 13-07-2004 um 11:23: ... dauerschnürrlregen ... dieses ganz bestimmte graue licht. keine farben, keine geräusche, alles wie in dicker feuchter grauer watte.
(noch ein letztes mal angemerkt) seit ich wieder in die nähe alter vitalität komme, rutscht alles wieder in die alten, alten bahnen. geht das telefon weiß ich, es will jemand was von mir. irgendwas, was ich tun soll. sonst ist es still. alle, die sich so rührend um mich gekümmert haben, sind wieder froh, daß alles beim alten ist. jetzt kann ich meine alte aufgabe übernehmen. den ewigen ersten schritt machen. mich melden. die anderen sich freuen lassen. den vorschlag machen. die anderen ihn annehmen lassen.
ich will nicht. jajaja, ich weiß. keiner meint es so. keiner bemerkt es. jedem ist es so selbstverständlich, daß ich da bin. daß ich spüre, wenn es wieder an der zeit ist. wenn man mich zu sehen wünscht. aber ich hab keine lust mehr dazu.
nein, ich will nicht ungerecht sein. es gibt die ausnahmen. es gibt diesen einen tag im monat, auf dem mein name steht. es gibt eine unruhige seele, die sich manchmal an mich erinnert. und es gibt diesen seltsamen, der mich scheinbar eingesammelt hat.
ach, was auch immer. ich geh einfach nicht ans telefon. wer auch immer was von mir will muß alleine zurecht kommen. ich kümmere mich um ein paar lange aufgeschobene dinge, und vielleicht überrasche ich mich einfach selbst. dieses ewige planen langweilt mich unendlich. kein plan. kein abstimmen. nix dergleichen. und doch, ich darf jammern. immerhin ist es das lied der falschen suppenschildkröte.
und ich kann mich nicht erinnern, daß sie jemals was anderes gemacht hätte ?? ...

Geschrieben von neptunia am 13-07-2004 um 13:13:
eins noch: ein höchst dramatischer tag.
gerade angriff der suizid-eintagsfliegen.
im badezimmer. nur kurz beim pissen (unverfängliche bezeichnungen dafür sind mir grade entfallen, scusi). eine dieser winzig kleinen eintagsfliegen nimmt kurs auf mein gesicht, läßt sich nicht vertreiben. sorry, bin zwar nicht vegetarier, aber fliegen einatmen ist nicht mein ding. und ich finde es selber albern wild rumfuchtelnd auf dem klo zu sitzen ... grrr. hm. und wie jeder zivilisierte mensch wasche ich mir hinterher die hände. und was macht diese kamikaze-fliege?? fliegt mir zwischen den fingern und vor mein gesicht?! ich verscheuche sie tropfend, das ist wasser!!?!! sie setzt sich direkt neben den wasserstrahl ins waschbecken. und faßt den tödlichen entschluß ... torkelnd läßt sie sich nicht weiter von mir vertreiben und stürzt sich - doch, doch, sie stürzt sich in den wasserstrahl. wird vom strudel erfaßt. verschwindet im ausguß. jetzt hat sie's mir aber gezeigt ... *grummel*
sehr geehrte eintagsfliege. ich kann ihren suizid-wunsch gut nachfühlen. ich möchte mich auch immerzu in irgendwelche wassermassen stürzen und einfach verschwinden. aber bitte suchen sie sich in ihrem nächsten leben und beim nächsten selbstmord-versuch einen anderen zuschauer. danke.

Geschrieben von neptunia am 15-07-2004 um 01:54:
nur ein kurzer gedanken-fetzen ...
wenn man zwischendurch es mal schafft, sich nicht nur um sich selber zu drehen ... es wird einem beinahe schwindelig, weil es anderen genauso geht. ähnlich. anders aber irgendwie eben gleich. immer rundherum. kein wunder, daß der eine oder andere sich mal auskotzen muß ...
den dramatischen begebenheiten und probleme von freunden, deren man handhaft sein kann, steh ich schon oft recht hilflos gegenüber. mehr als ein offenes ohr kann man beinahe nicht anbieten. die möglichkeit im austausch neue wege zu finden ... und hier, hier ist es mindestens genauso schlimm. man möchte irgendwas tun. dem anderen irgendwie aus der klemme helfen. der emotionalen, der reellen klemme. aber geht irgendwie nicht. helfen worte? reichen worte aus?
warum ist das leben so kompliziert. schön und schrecklich zugleich. und kann es nicht einfach mal allen zur gleichen zeit gut gehen? kollektives auf-den-tischen-tanzen?? ach, das wär schön ...

Geschrieben von neptunia am 15-07-2004 um 17:35:
schade eigentlich ...
denn: oh fuck, ich hab GUTE LAUNE ... "i love all of you" ... lalala - my friends - red hot chilli peppers ...
ich weiß auch nicht, es ist, als hätte ich mir diese gute stimmung aufbewahrt, zusammen gesammelt, vom munde abgespart --- und plötzlich geht diese sehr angenehme pandora büchse auf, und alle möglichkeiten liegen mir zu füßen ... es ist notwendig, diesen augenblick zu bewahren. es gibt ihn. es ist, als ob der schnürrlregen, der draußen (auch) endlich aufgehört hat, die schlechte laune weggespült hätte. klare sicht. alles ist wie immer. gottseidank (?)!
und es macht auch grade nichts aus, daß ich immer auf der falschen seite des spiegels bin. die andere wäre interessanter ... verrückter ... verdrehte welt. ich lebe in einer vollkommen ruhigen, gleichmäßigen welt. nichts WIRKLICH aufregendes passiert. kleine wirbel die gleich wieder vergehen. im gegensatz zu meinem mentalen zustand, höchst dramatisch ... --- umgekehrt wäre es mir lieber, ich selber ein ruhender pol und um mich herum aufregendes chaos ...
well, nothing is perfect ... und solange diese manische phase anhält, scheiße, dann nutze ich sie. und die "abenteuer", die jetzt vor mir liegen, well, die werd ich nutzen um den mentalen akku wieder aufzuladen, bis zum platzen ... denn: i love all of you ... und die kröte ist in der suppe. ätsch.

Geschrieben von neptunia am 19-07-2004 um 15:26:
überfreudung (meine lieblingsbeschäftigung)
sonntag
"alter ego tag"
gibt es eine kurzfassung für 14 stunden überfreudung?
treffen mit meinem alter ego am hauptbahnhof. schnellstart mit spiderman2-ov-matinee. spiderman ... new york, spiderman-blechkoffer aus dem comic-laden schräg neben dem empire state ...
(spiderman 1 in heavy rotation während der 4 tage letzten mai in ny ... wenn superheld, dann einen mit der süßen unschuldigen stimme von toby mcguire, den seltsamen bewegungen, der tragik, den guten bösen, und immer und immer new york, ach ...)
spätes frühstück im annahaus, lecker und mit netten geplauder ... netter schwarzer (kein rapper, kein goth, kaffeebraun, glatzköpfig und schöne augen) am nebentisch, bemüht mit mir zu flirten, verabschiedet sich mit wehmütigem winken ... japansalon: der perfekte laden. diesen sonntag geöffnet wegen japanfest. ich kann nicht wiederstehen, ein paar kleinigkeiten gekauft ... der laden voller mangas, hellokittykitsch, wunderschönem japanischen geschirr, möbeln, kalligraphien, räucherstäbchen, BüCHERN, plastikzeug, kimonos - japan pur. ach. japanfest: alles, was mit japan zu tun hat, ist vertreten. karate-, judo-, kendoschulen, ikebana, töpfer, internationale schulen, theater, musik, essen, schwerter ... und shodo. meine shodo-freundin. auch sie seh ich etwa einmal im jahr. bei ihr hab ich shodo gelernt. sie ist auch eine dieser seltsamen edelsteine, die ich sammel. ich freu mich, sie bald wieder zu sehen ... oh ja, ein shodo-kurs bei ihr für den herbst geplant ...
(shodo ... das heißt: schwarze tusche (ich liebe den geruch von schwarzer farbe), die erst angerieben wird. während dieser zeit sammelt man seine gedanken. ist die tuscher dick genug, taucht man den pinsel ein. konzentriert sich auf das schriftzeichen. mit einem atemzug läßt man den pinsel über's papier gleiten. hält inne. legt sich neues papier bereit. und taucht wieder in die tusche ... )
dann der stand von touristik-info: typisch. ein süßer japaner. ich blicke auf einen prospekt. er nimmt ihn und reicht ihn mir. ich blätter durch. blicke auf den nächsten. er folgt meinen blicken, reicht ihn mir lächelnd. ich nicke zum dank. blicke weiter ... er überlegt, greift von hinten nach einem poster ... reicht es mir ... überlegt, reicht mir eine tüte ... alles nonverbal, mit lächeln, kopfnicken, wir verstehen uns, beide süß und schüchtern (doch, so muß es ausgesehen haben). nur mein alter ego bekommt nichts ab. nur ein wirklich freundliches winken, als wir beide gehen ...
mein alter ego. nach all dem, ständig kichernd und redend, haben wir uns noch ins ryles gegenüber vom haus der kunst gesetzt. haben den heftigen gewitterschauer abgewartet. haben uns alles erzählt, alles, was wir erlebt und gedacht haben. einen tag im monat, der gehört uns. alles haben wir bisher geteilt. mitgeteilt. geteilt. sogar den salat ... dann, irgendwann nachts, haben wir uns wieder getrennt. ich in meinen zug, sie in ihre u-bahn. ach, es ist sooo schön, wenn man weiß, der andere geht genauso mit diesem strahlend warmen gefühl nach hause ...
ich liebe diese überfreundungstage. doch, es gibt auch eine nicht-jugendfreie version. sie ist seltener. und sie teile ich nicht mit anderen, sorry. aber so, wie diesmal, war es gut. es sind die tage, die ich brauche. vollstopfen mit erleben. auspowern. tot ins bett fallen mit grinsendem gesicht. mehr davon!



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